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Öl wird immer knapper, Abgase heizen das Klima an, und Feinstaub verschmutzt die Luft. Vor allem in Ballungsgebieten ist das ein Problem. Dort stößt der Straßenverkehr von heute an seine Grenzen und muss sich dringend verändern. Elektroautos könnten mithelfen, das Problem anzugehen: Geladen mit Strom aus erneuerbaren Energien, erzeugen sie im Vergleich zu Diesel und Benziner weniger Emissionen.

Holger Haas leitet die Standortentwicklung bei der Wirtschaftsförderung Stuttgart. Dort koordiniert er die Modellregion Elektromobilität, eine von acht in Deutschland. Wenn der Manager zu einem Geschäftstermin fährt, nimmt er gewöhnlich das Firmenauto. Ein kleiner Smart, den er in der Tiefgarage parkt, direkt unter dem Bürohochhaus, in dem er arbeitet. „Wir haben natürlich eine Vorbildfunktion für andere Autofahrer, darum haben wir zwei Elektroautos angeschafft“, erklärt er auf dem Weg zur Garage.


Am Parkplatz angekommen, zieht er den Ladestecker, der das Fahrzeug mit Strom versorgt hat. Er rollt das Kabel zusammen und steigt ein. Als er den Schlüssel im Zündschloss dreht, hört man fast nichts. Kein Motorengeräusch, keine Vibrationen. Fast lautlos fährt der Wagen aus der Garage. Mit einem leisen Surren des Elektromotors fädelt er sich zwischen die anderen Fahrzeuge in den Straßenverkehr ein. Das Auto zeigt, wie die individuelle Mobilität von morgen aussehen könnte: umweltfreundlich und leise.


„Die größten Probleme der E-Fahrzeuge sind derzeit die geringe Reichweite und das hohe Gewicht der Batterien“, sagt Herbert Radunz, Leiter der Industry Platform Automotive bei Bayer MaterialScience.

Im Interview: Holger Haas Video Video Im Interview: Holger Haas

Gemeinsam mit seinen Kollegen in den anderen Geschäftsbereichen arbeitet er daran, dass Elektroautos künftig auch größere Distanzen nonstop zurücklegen können. Je weiter man mit einer einzigen Batterie-Ladung fahren möchte, desto größer muss der Akku sein. Das wirkt sich wiederum negativ auf das Gewicht und damit auch auf die Reichweite aus. Das will Bayer MaterialScience durch innovative Leichtbaulösungen kompensieren.


„Composites aus Polyurethan und Kohlenstofffasern sind leichter als Stahl und Aluminium und haben ihre Stärke bereits in mehreren Crash-Tests gezeigt“, erklärt Jörg Palmersheim, Experte für Polyurethan im Auto bei Bayer MaterialScience.


Leise fährt der E-Smart durch den Stuttgarter Feierabendverkehr, ein angenehmer Wind weht durchs geöffnete Fenster.

Wandelbarer Werkstoff Text Text Wandelbarer Werkstoff

Sein Fahrer, Holger Haas, ist zufrieden. Auch wenn er vieles an dem Auto für verbesserungswürdig hält. Zum Beispiel lässt er die Klimaanlage meist ausgeschaltet. „Klimaanlage und Heizung beanspruchen den Akku spürbar – das kostet Reichweite“, erklärt er. Damit die Autos in Zukunft aber im Sommer nicht einer fahrenden Sauna gleichen oder im Winter einem Eisschrank, ist künftig auch ein völlig neues Temperaturmanagement im Fahrzeug notwendig. Eine bessere Dämmung etwa, welche die Temperatur im Auto stabil hält.


Eine Schwachstelle sind dabei die Scheiben der heutigen Fahrzeuge. Über das Glas heizt sich ein Auto im Sommer auf und verliert im Winter Wärme. Scheiben aus dem Polycarbonat Makrolon können hier helfen. Sie verlangsamen den Wärmeaustausch zwischen dem Fahrzeuginneren und der Umgebung, sodass die Temperatur im Auto angenehm bleibt. Eine mit Polyurethan gedämmte Fahrgastzelle kann den erzielten Effekt noch deutlich verstärken. Haas parkt den Elektrowagen in der kühlen Tiefgarage bei seinem Arbeitsplatz und schließt die Batterie an die Ladestation an. Wenn künftig mehr E-Autos fahren, wird nicht jeder den Luxus einer Strom-Zapfsäule in der eigenen Garage haben. „Es braucht auch öffentliche Ladepunkte“, sagt Dr. Berit Krauter, Kunststoff-Expertin bei Bayer MaterialScience. Heute bestehen sie meist aus Metall, eine teure Lösung. „Stationen aus dem Polycarbonatblend Bayblend wären eine kostengünstige, stabile und langlebige Alternative“, erklärt die Expertin.


„Mit solch innovativen Entwicklungen setzt sich Bayer für die nachhaltige Mobilität ein, damit in Zukunft mehr Menschen wie Holger Haas elektrisch fahren können. Denn trotz aller Bedenken über die Reichweite der Elektro-Fahrzeuge: Für viele Fahrer wäre sie bereits ausreichend. Der E-Smart von Holger Haas schafft mit einer Batterieladung rund 135 Kilometer.


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