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Weizen für eine wachsende Weltbevölkerung

Weizen ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Menschheit. Doch in Zukunft wird Weizen knapp werden, denn immer mehr Menschen leben auf der Erde. Damit alle satt werden, müssen die Erträge steigen. Dazu braucht man neue Weizensorten. Bayer CropScience entwickelt sie gemeinsam mit einem Netzwerk von Experten, das von Belgien bis nach Australien reicht.

Ein Besuch auf einem Feld in Würselen bei Aachen zeigt, wie groß die Probleme sind, die gelöst werden müssen. Landwirt Fritz Esser auf einem seiner Weizenfelder: Es sieht nach einer reichen Ernte aus. Doch er reißt eine Ähre ab und zählt: „Elf Körnerreihen. In guten Jahren sind es bis zu 14. Dieses Jahr gibt es keine Spitzenernte. Das war schon im April klar.“ Denn sehr früh im Jahr entscheidet die Pflanze, wie viele Körnerreihen sie an ihrer Ähre wachsen lässt. Landwirt Esser: „Wenn es in dieser Phase sehr trocken ist, dann reduziert die Pflanze automatisch die Zahl der Reihen.“ Die Pflanzen schalten also auf Sparflamme. Der Ertrag bleibt niedrig.


Vor der Ernte der nächste Ärger mit dem Wetter: tagelanger Regen. Gefährlich für den Weizen, denn er kann von Pilzkrankheiten befallen werden. Neue Weizensorten könnten Bauer Esser in beiden Fällen helfen: Der Weizen soll ertragreicher und weniger anfällig für Krankheiten werden.


Bauern wie Fritz Esser produzieren eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Menschheit. Bislang konnte die weltweite Getreideproduktion mit der zunehmenden Weltbevölkerung Schritt halten. Aber jetzt beginnt der Weizen knapp zu werden. In sechs der vergangenen zehn Jahre mangelte es an Weizen: Die weltweite Nachfrage überstieg die Ernte. Zum Glück gab es noch genug Reserven in Lagerhäusern. Doch in Zukunft wird sich das ändern. Derzeit leben sieben Milliarden Menschen auf der Erde. 2050 werden es voraussichtlich neun Milliarden sein. Und alle wollen satt werden. Das kann nur gelingen, wenn neue Getreidesorten mit höheren Erträgen gezüchtet werden.


Genau hier will Bayer CropScience eine bedeutende Rolle spielen. „Wir sind bereits bei Pflanzenschutzmitteln für Weizen das weltweit führende Unternehmen“, erklärt Biochemiker Dr. Marcus Weidler. Zusammen mit seinem Kollegen Rick Turner leitet er das Weizensaatgut-Programm des Unternehmens.

Eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Menschheit optimieren – das ist eine Herkulesaufgabe. Keine Forschungseinrichtung der Welt kann sie allein lösen, denn keine verfügt über alle erforderlichen Ressourcen. Deshalb arbeitet Bayer mit vielen Partnern in aller Welt zusammen: mit staatlichen Institutionen genauso wie mit privaten Unternehmen.

Im Interview: Fritz Esser Mediaicon Text Netzwerk für mehr Weizen

Die einen bringen das Ausgangsmaterial ein, also existierende Saatgutsorten. Andere wissen, wie man Gene findet, die für bessere Eigenschaften sorgen können. Wieder andere haben das Know-how, diese Gene in bestehende Weizensorten einzubauen. Und nicht zuletzt gibt es Partner für die Tests der neuen Sorten auf dem Feld.


„Wir möchten vor allem den Ertrag, die Nährstoffverwertung und die Resistenz gegen Stressfaktoren wie Trockenheit oder Krankheiten verbessern“, sagt Dr. Michael Metzlaff, bei Bayer Experte für Biotechnologie. Mit konventionellen Züchtungen dauert die Umsetzung dieser Ziele viel zu lange. Deshalb setzt das Unternehmen auf die Chancen, die die Biotechnologie bietet – und auf sein Experten-Netzwerk. Dieses reicht vom belgischen Gent bis in die australische Hauptstadt Canberra. Erste Gene sind schon gefunden, und Versuche, wie diese sich in Weizen auswirken, laufen bereits.


Landwirte wie Fritz Esser verfolgen die Anstrengungen von Bayer CropScience mit großen Erwartungen. „Ich wünsche mir Sorten, die auch bei extremem Wetter gute Erträge bringen“, sagt Esser. Einige Jahre muss er noch warten, dann könnten neue Hochertragssorten im Handel sein.

Text: Karl Hübner

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